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Freude an Musik I Freude am Musizieren?

Emotion

Es heißt die Haltung des Daumens der linken, also üblicherweise der greifenden Hand, sei der Auslöser dieser angeregten Unterhaltung gewesen. Ganz so schlimm muß es aber bei der Auseinandersetzung mit diesem vergleichsweise einfach gebauten, allerdings nicht so einfach zu spielenden Instrument, nicht immer kommen. Wohl aber ist die Gitarre in der Lage mit ihrem anrührenden Ton die großen Emotionen zu beschwören.

Mit ihrem intimen Ton, dem einzigartigen Leuchten ihrer Klangfarben und in ihrer filigranen Bauweise erfreut sich die Gitarre – abseits der Orchesterinstrumente – seit ungefähr viertausend Jahren großer Beliebtheit. In Bezug aber auf ihre Handhabung scheint man sich offenbar nicht immer so ganz einig gewesen zu sein. Die Darstellung aus der Sammlung „La Guitaromanie“ von Charles de Marescot aus einem Pariser Musiksalon um 1830 deutet es verhalten an.

Klang

Mit ihrem Tonumfang von über drei Oktaven, ihrem variablen Klangspektrum und nicht zuletzt ihrer Handlichkeit war und ist sie prädestiniert für kammermusikalische Konzerte, Liedbegleitung aber auch für die anspruchsvolle Sololiteratur aus fünf Jahrhunderten. Erst das zwanzigste Jahrhundert bereichert die Familie der Gitarreninstrumente mit ihrer elektrisch verstärkten Variante, so dass sie nun nicht nur die kleinen Räume, sondern ganze Stadien mit ihrem mitreißendem Klang in Verzückung versetzen kann.

Decke einer klassischen Konzertgitarre von Angela Waltner, Berlin 2015

Stil

Ihre stilistische Bandbreite ist jetzt durch den Rock- und Popularbereich und natürlich auch den Jazz enorm vergrößert. Leicht nachvollziehbar ist, dass die unterschiedlichen Ausprägungen der Gitarre und die Vielzahl an musikalischen Stilen, die von ihr zum Klingen gebracht werden können auch ein umfangreiches spielerisches Können erfordern.

Die klassische Konzertgitarre kann mit ihren klanglichen Möglichkeiten zwar die großen Säle nicht füllen, belohnt aber – einiges Üben vorausgesetzt – mit ihrem unvergleichlich innigen Ton. Sie ist auch das bevorzugte Instrument für den stiloffenen Anfangsunterricht und öffnet die Tür in eine unvergleichliche Klangwelt.

aus: Andantino op. 29, Nr. 10, Es-Dur von Fernando Sor (1778—1839)